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Mein Date mit Bus und Bahn

Seit einigen Monaten bin ich – bis auf den Einkauf zum Wochenende -  sehr konsequent mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs. Im Hunsrück. Auf dem platten Land.

Nun finde ich einen Flyer im Briefkasten, herausgegeben von unserem Verkehrsverbund, dem RNN. Darin heißt es „Du bist verabredet“ – geworben wird für die Nutzung des ÖPNV in unserem sehr ländlichen Landkreis Birkenfeld.

Vor wenigen Jahren wäre das noch undenkbar gewesen. Busfahren auf dem Land? Eher was für die ganz Hartgesottenen, morgens um halb sieben mit dem Schulbus in die Stadt, mittags um zwei oder abends um sechs zurück und das war es.

Mittlerweile fahren die Busse sehr regelmäßig. Spätestens alle zwei Stunden aus unserem 500-Seelen-Dorf zu den nächsten Bahnhöfen in Wittlich und Idar-Oberstein. Zweieinhalb Stunden bis Frankfurt, wenn nichts dazwischen kommt. Das ist gut für uns, zumindest sehr viel besser als früher.

Mittlerweile fahren sogar E-Busse, es gibt elektronische Fahrplananzeigen, technisch und organisatorisch haben wir im Kreis Birkenfeld einen großen Schritt gemacht.

Die Kostenfrage

Diesen großen Schritt gilt es jetzt durchzuhalten. Denn unser Landkreis, hoch verschuldet, schießt viel Geld in dieses System, um seinen Bürgern ein akzeptables Maß an Mobilität zu ermöglichen. Doch viele Busse fahren lange Strecken vermeintlich leer oder mit nur vereinzelten Fahrgästen. Das erzeugt Diskussionen und immer wieder die Frage „können wir uns das leisten?“.

Es ist wichtig, das im Blick zu behalten. Genauso wichtig ist es aus meiner Sicht jedoch dafür zu sorgen, dass auch tatsächlich mehr Menschen auf die Öffis umsteigen, dass sie das besser gewordene Angebot nutzen. Hierzu diskutiert die Region gerade ein Gästeticket. Eine Studie soll die Machbarkeit klären und den Weg für die Umsetzung bereiten.

Wie wir mehr Menschen zum Umsteigen bewegen könnten

Aber wir könnten so viel mehr tun. Jobtickets für die Mitarbeiter der ortsansässigen Unternehmen anbieten zum Beispiel. Viele Verwaltungen und Firmen sind sehr gut angebunden, ebenso die Hochschule. Da könnten viele Mitarbeiter „umsteigen“ – wenn man sie dafür gewänne. Die Arbeitgeber sind gefragt, sich zumindest mit dem Thema auseinander zu setzen.

Ein weiteres Thema: Rufbusse. Auf vielen Strecken werden Busse nur eingesetzt, wenn sie mindestens eine Stunde vor der planmäßigen Abfahrtszeit bestellt werden. Eine gute Idee, aber erklärungsbedürftig. Wie so vieles in diesem für uns Landeier noch „neuen“ ÖPNV.

Gut, wenn ab und an ein passender Flyer im Briefkasten liegt, der Neues erklärt. Noch besser, wenn wir alle dem Ganzen eine Chance geben und einfach mal ausprobieren. Denn der ländliche Raum braucht Mobilität.

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